Logbuch 2015

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# 13 Sevilla - Kanaren

Wir erreichen Sevilla spätnachts - die Zugbrücke öffnet erst um 22.00 Uhr. Aber der Marinero im Real Club Nautico erwartet uns schon. Der mondäne Club hat 8000 Mitglieder, von denen wohl die wenigsten Segler sind. Dafür wird hier gerudert, gepaddelt, gesurft, geschwommen, gefittet, gegessen...

Wir geniessen einige Tage in dieser spannenden Stadt, die die typische andalusische Mischung aus spanischer und Mudejar-Kultur aufweist. Die Kultur der Mauren aus dem arabischen Raum zeigt sich vor allem in reich ornamentierten Kacheln, die überall zu sehen sind.

 

Verstärkt durch unsere neuen Crewmitglieder Didi und Esther geht es wieder flussabwärts nach Chipiona, ein kleiner Hafen an der Küste und unser Absprungort für die Überfahrt nach Madeira. Dort kommen wir nach vier Tagen und Nächten an. Unterwegs fangen wir zwei kleine Thunfische. Den ersten lassen wir wieder frei, der hat wohl noch nicht das Schutzalter erreicht!

 

Der Atlantik begrüsst uns mit ordentlich Wind aus der Strasse von Gibraltar. Dennoch dauert es einige Tage, bis wir die 'echten' Atlantikwellen erleben. Sie sind 4-5m hoch, rollen aber sehr sanft unter uns durch. Man hat das Gefühl, durch eine hügelige Wasserlandschaft zu gleiten.

 

In Funchal auf Madeira machen wir wieder einen längeren Halt, um die Insel zu erkunden und auf günstigen Wind zu warten. Na ja, wir hatten eigentlich gehofft, dem Weihnachtsrummel dieses Jahr etwas zu entgehen, aber Funchal übertrifft alles: Jeder Baum und alle Gassen sind mit LED-Lichtern geschmückt und es gibt einen "Krippenpark" mit lebensgrossen Figuren. Zudem kommen und gehen im 24h-Takt mindestens zwei Mega-Kreuzfahrtschiffe.

Zeit aus der Stadt zu fliehen: Wir mieten ein Auto und machen eine Rundfahrt über diese gebirgige, aber sehr grüne Vulkaninsel. Auch Wanderungen entlang der "Levadas", der Wasserkanäle mit denen das Wasser von der regenreichen Nordseite auf die fruchtbare Südseite umgeleitet wird, gehören dazu.

 

Schliesslich legen wir, noch unter dem Einfluss eines eben vorbeigezogenen Tiefdruckgebiets ab, um den günstigen Wind auszunützen. Zwei Tage und Nächte dauert die "bewegte" Fahrt nach Las Palmas mit durchschnittlich fast 7kn Fahrt über Grund, was ein sehr guter Wert ist.

 

In Las Palmas kommt meine Tochter Tara an Bord, die sich schon sehr auf den Törn in der Wärme gefreut hat. Wie erwartet ist das Wetter fast immer sonnig und mit 22-25 Grad sehr mild. Wir segeln an die Südküste von Gran Canaria und von Pasito Blanco aus besuchen wir die Sanddünen von Maspalomas - und die vielen Touristen...

Seit einigen Tagen weht der Wind aus Südost und bringt nebelartigen Staub aus der Sahara, der die Sicht stark einschränkt.

Hier verlassen uns Didi und Esther wieder. Wir waren dankbar um die tatkräftige Unterstützung. Der Skipper konnte nachts gut schlafen!

 

Mit Tara geht es am nächsten Tag weiter an die Südküste Teneriffas. Es ist ein perfekter Segeltag mit satt Wind von schräg hinten. Das gefällt auch Moira und in Spitzen belohnt sie uns mit 10kn Fahrt!

Am Funk frage ich den Marinero, ob es bei der Hafeneinfahrt von San Miguel etwas zu beachten gälte. "No problem!" meint er nur. Dann die böse Überraschung: Eine steile Grundsee (Welle, die sich im flachen Wasser steil aufbäumt, bevor sie bricht) erfasst uns von hinten und wirft uns kurz zur Seite. Der Bug zeigt kurz direkt auf die Hafenmauer! Zum Glück habe ich diese in weitem Bogen gerundet und habe nun genügend Raum, um das Schiff mit Vollgas wieder auf den richtigen Kurs zu bringen. Puh! Da brauchen wir erst mal einen Apéro in der Hafenbar!

 

Von Teneriffa geht es weiter nach San Sebastian auf Gomera, wo wir fünf Tage bleiben. Einerseits weil wir die Insel erkunden wollen und andererseits weil der Skipper mit einer Erkältung darnieder liegt. Die Wanderung von Gomeras höchstem Punkt auf knapp 2000m ü.M. hinunter durch den Regenwald ist faszinierend und hinterlässt bei uns drei als Souvenir einen nie dagewesenen Muskelkater!

 

Am Neujahr wird der Skipper in die Gilde der 50-jährigen aufgenommen und was könnte man an diesem Tag Passenderes unternehmen, als mit leichtem Wind in die Sonne zu segeln?

Spätabends kommen wir in Santa Cruz de La Palma an und müssen feststellen, dass am ersten Tag des neuen Jahres gleich drei wichtige Motoren ausgefallen sind: Erst will der Wassermacher nicht seinen Dienst tun, dann fällt der Dieselgenerator aus, der 220V-Strom für den Wassermacher produzieren sollte und zu guter Letzt macht unsere treue Volvo-Maschine keinen Wank mehr! Zum Glück sind wir schon in der Marina. Am nächsten Tag lassen sich alle Schäden mit Bordmitteln und etwas Coaching am Telefon durch einen erfahrenen Mechaniker-Freund beheben. Puh!

 

Santa Cruz und La Palma sind ein Geheimtipp! Wir nehmen uns ein Taxi für eine Inselrundfahrt - Mietwagen scheint es auf der ganzen Insel keine freien mehr zu geben. Javier zeigt uns voller Stolz seine Insel und ich bekomme nebenbei gleich noch einen Intensiv-Spanischkurs!

 

Zurück in Las Palmas lassen wir uns einen ruhigen Liegeplatz für Moira geben, was drei Tage dauert... Claudia und Tara fliegen in die Schweiz zurück und ich verbringe einige sonnige und warme Tage im dunklen und stinkigen Motorraum um am Volvo und Generator den Jahresservice vorzunehmen. Zum Glück ist der Nachbar Mechaniker mit eigener Bordwerkstatt - er unterstützt mich tatkräftig dabei. Schliesslich lasse ich Moira in gutem Zustand aber etwas traurig zurück. Die letzten sechs Monate waren toll. Wir kommen bald wieder!


# 12 Südspanien - Gibraltar - Atlantik

Cartagena, Almeria, Granada, Malaga und Gibraltar heissen unsere letzten Etappenorte im Mittelmeer. Granada war unser Highlight an der sonst eher blassen und verbauten Südküste Spaniens. Wir verbrachten einen zweitägigen Landurlaub in der Stadt nahe der Sierra Nevada. In der Höhe war es auch deutlich kälter und wir mussten uns im wunderbaren Hammam aufwärmen gehen. Sehr zu empfehlen!

Am nächsten Tag besuchten wir die Alhambra. Die islamische Architektur drückt für mich viel Freude am Leben und Spiel aus.

 

Die Ansteuerung von Gibraltar war aufregend, weil auf unserem Plotter (Kartenbildschirm) der gesamte Schiffsverkehr am Eingang ins Mittelmeer auftauchte und wir uns bei wieder mal viel Wind zwischen vor Anker liegenden Frachtern und aus- und einlaufenden Schiffen in den Hafen schlängeln mussten.

Gibraltar selber ist ein seltsamer, aber sympathischer Ort: Es kommt uns vor wie eine ordentliche Britische Puppenstube. Wir geniessen Tee, Scones und Shortbread und tanken unglaublich billigen, weil steuerfreien Diesel. Natürlich besuchen wir auch die Affen und Höhlen auf dem Felsen!

 

Der Atlantik empfängt uns freundlich bei wenig Wind, Sonne und 20+ Grad. Dabei fragen wir uns, wo denn genau die Grenze liegt - egal, Wasser ist Wasser! Zum ersten Mal seit Monaten geht es wieder nordwärts vorbei am berühmten Kap Trafalgar mit Stopp in Cadiz (ist zum Vergessen!) bis nach Chipiona, einem kleinen Ort an der Mündung des Guadalquivir. Hier bereiten wir uns auf die fast 100 km Flussfahrt bis nach Sevilla vor. Dabei werden wir dem Strom in flachem und trübem Wasser folgen, der Handelschifffahrt auszuweichen versuchen, durch eine Schleuse und anschliessend unter einer Ziehbrücke durchfahren. Der Weg führt vorbei an einem Naturschutzgebiet mit vielen Wasservögeln, die hier auf ihren Wanderungen Rast machen. Sehr zu unserer Überraschung kommt uns eine tote Kuh flussabwärts entgegen. Die wurde wohl vom Hochwasser überrascht.

In Sevilla kommt unsere nächste Crew an Bord, welche uns bis in die Kanaren begleiten wird.


# 11 Mallorca und Ibiza im November

Tja, bei diesen beiden Namen kommt wohl jede/r ins Träumen - oder hat so seine Vorurteile - Ballermann und Co.! So ging es auch mir, aber spätestens nach unserer Ankunft in Palma musste ich diese schwer revidieren. Palma ist eine tolle, lebendige Stadt mit einer riesigen Altstadt und einer unglaublich schönen Kathedrale - wegen der vielen Buntglasfenster wird sie auch Kathedrale des Lichts genannt. 

 

Erstmals sind wir in einem mondänen Yachtclub abgestiegen, dem Real Club Nautico, wo auch der spanische König logiert, wenn er segeln geht. Dafür bezahlt man auch in der Nebensaison einen guten Preis. Im Sommer wären es für unser Schiff 200€ - pro Nacht!

 

Einmal mehr reissen wir uns los und gehen in einer Bucht ankern. Hier starte ich zu einer weiteren Unterwasser-Spiderman-Aktion, um den Tauschneider zu warten. Dies ist ein umlaufendes Messer an der Propellerwelle, welches Taue, die sich im Propeller verheddern sauber durchschneidet - haben wir schon unfreiwillig ausprobiert - funktioniert...Trotz Neoprenanzug muss ich mich immer wieder aufwärmen gehen und benötige drei Tauchgänge von je etwa 20 Minuten mit Luftholen alle 30 sec für eine Arbeit die auf dem Trockenen wohl nicht mehr als fünf Minuten dauern würde.

 

Das Wetter beschert uns einen Nach-Sommer bei täglich um die 25 Grad und viel Sonnenschein, aber leider wenig Wind. So tuckern wir nach Ibiza, das uns nicht zu begeistern vermag, aber die Bucht vor dem Sandstrand auf der Insel Espalmador ist ein paradiesischer Ort, wo wir mehrere Tage vor Anker bleiben und entspannen beim Basteln am Schiff, Muscheln sammeln am Strand und schwimmen im Meer.

 

Wir entscheiden uns zu einer weiteren Nachtfahrt nach Cartagena am spanischen Festland. Dabei kreuzen wir nachts die Schifffahrtsroute entlang der Küste. Zeitweilig befinden sich bis zu acht Frachter und Kreuzfahrtschiffe in unserer Umgebung. Nichts mit dösen auf Wache! Unvergesslich ist auch das leuchtende Plankton im Kielwasser und die Aber-Millionen von Leuchtquallen, die wir in dieser mondlosen Nacht bestaunen können. Dies erklärt wohl auch das Dutzend von an der Meeresoberfläche dösender Meeresschildkröten am Abend, die sich wohl an den Quallen satt gefressen hatten.

Begegnungen mit der Tierwelt berühren einem auf dem Meer besonders. Warum nur?


# 10 Nordsardinien bis Menorca

Wir geniessen seit mehreren Wochen, keine fixen Termine mehr zu haben (ausser der fortschreitenden Jahreszeit) und in unserem eigenen Rhythmus weitersegeln zu können. Eine Woche liegen wir in Porto Rotondo, weil unsere Schiffsschraube defekt ist und ich sie in einer Unterwasser-Spiderman-Aktion wieder reparieren muss.

 

Via La Maddalena segeln wir schliesslich weiter nach Castelsardo und durch den Pass von Asinara der felsigen Nordwestküste Sardiniens entlang bis nach Alghero. Die Altstadt gefällt uns sehr gut und wir freunden uns mit einem Amerikanischen Seglerpaar an, das bereits seit acht Jahren unterwegs ist. Inspirierende Menschen zu treffen tut gut!

 

Bisher hält die geflickte Schraube, aber nun spielt der Autopilot verrückt! Dieser ist ein wichtiger Teil der Ausrüstung und übernimmt bei längeren Fahrten oft während über 90% der Zeit das Steuern. Trotz Hilfe von einem Experten konnten wir das Problem in der Elektronik bisher nicht finden und er funktioniert nur unter gewissen Umständen und mit gut zureden...

 

Wir wagen aber trotzdem den Absprung nach Menorca, das wir nach 36h und 200sm auch gut erreichen. Der Vollmond weist uns dabei den Weg nach Mahon. Auch in dieser aufgeräumten und gut organisierten Stadt bleiben wir einige Tage hängen. Ein Sturm aus Südosten kündigt sich an und wir wollen davor noch in Palma ankommen. Tolles Segeln mit 22-25 Grad Lufttemperatur und meistens viel Sonne und Wind erwartet uns.


# 9 Costa Smeralda und La Maddalena-Archipel

Die Costa Smeralda, das La Maddalena-Archipel und die Strasse von Bonifacio sind für drei Wochen unser Zuhause. Das Wetter hat bereits auf Herbst umgestellt. Es gibt zwar immer noch 20+ Grad an der Luft und im Wasser, aber der Mistral oder der Tramontana bläst tagelang so stark, dass wir den Hafen hüten müssen. Mit verschiedenen Crews überqueren wir insgesamt viermal die Strasse von Bonifacio, einmal bei 7-8 Bf und 3m Wellen. Das Boot kann das gut ab und der Crew macht's Spass, wenigstens den meisten... Es ist eine Freude mit Lehrerkollegen und anschl. mit meiner Schwester und ihren drei Söhnen unterwegs zu sein. Geteilte Freude ist doppelte Freude...


# 8 Sizilien bis Sardinien 12.-23. September

Catania scheint uns eine graue, heruntergekommene Stadt und auch der Umgang mit den Sizilianern ist gewöhnungsbedürftig, nach den freundlichen bis herzlichen Griechen. Wir mieten ein Auto und besuchen Siracusa und den Ätna, beides gefällt uns sehr.

Nach einem Crewwechsel geht es weiter mit Claudias Freundin Monique, die uns bis Cagliari begleitet. Sie ist nun schon das dritte Mal mit dabei und scheut sich auch nicht vor den längeren Seestrecken, die uns bevorstehen. Unsere erste Etappe ist Taormina, wo wir das malerische Städtchen hoch oben am Berg mit seinem berühmten Amphitheater besuchen gehen.

 

Die Durchfahrt der Strasse von Messina ist sehr aufregend: 3 kn Strömung bremsen von vorne, von hinten schieben 25 kn Wind. Wir wähnen uns zeitweise wie in einem Kochtopf, so wild schlagen und schäumen die Wellen um uns.

 

Wir steuern direkt die äolischen Inseln an, doch der Windgott ist scheint's gerade woanders. Vulcano gefällt uns sehr mit seinem schwefeldampfenden Krater und dem Schlammbad am Strand. Erst am Morgen nach unserer Ankunft in der Dämmerung stellen wir fest, dass in Schwimmdistanz von unserem Ankerplatz heisse Quellen ins Meer fliessen, in denen man wunderbar warm baden kann, faule Eier-Geruch inklusive - nicht dass das Meer mit seinen 30 Grad kalt wäre!

 

Wir besuchen auch kurz Lipari, Salina und Filicudi bevor wir einen langen Törn bis zur kleinen Insel Ustica machen. Leider haben wir nur eine Nacht Zeit in diesem Tauchmekka, denn schon am Morgen früh machen wir uns auf die 200sm-Strecke (370km) nach Cagliari im Süden von Sardinien. Am Zielort ist Maestrale angesagt, den man in Südfrankreich Mistral nennt. Nach einem Tag, einer Nacht und einem weiteren Tag schaffen wir es gerade noch vor dem Eindunkeln und nur etwa einer Stunde Maestrale mit 25kn von vorne in den Hafen von Cagliari. Hier erholen wir uns erst mal in dieser freundlichen und geschichtlich sowie architektonisch sehr interessanten Hauptstadt Sardiniens bei Cafè, Brioche, Pizza, Frutti di Mare...


# 7 Stiefelsohle: Von Korfu bis Catania 29.8.-12.9.

Zusammen mit meiner Mutter und meiner Tochter Tara geht es zu viert weiter nordwärts durch den Korfukanal mit Sicht auf Sarandé in Albanien. Wir übernachten im Hafen von Othonoi, einer kleinen Insel auf dem Weg nach Italien. Der Sprung übers Ionische Meer zum Stiefelabsatz nach Santa Maria die Leuca ist leider auch von schwachen Winden begleitet, wie die ganze Überfahrt der Stiefelsohle entlang bis Catania. Dafür gibt's in der Marina erst mal ein Willkommenspaket mit lokalem Wein und Kaffee. Apulien macht einen sehr aufgeräumten und organisierten Eindruck, im Gegensatz zu Kalabrien, wo jeden Morgen früh bei ablandigem Wind die Abfallfeuer neu angefacht werden.

 

Wir entscheiden uns für eine weitere Nachfahrt nach Catania und dortigem mehrtägigem Hafenaufenthalt, weil Grecale angesagt ist, NE-Wind der die Adria hinunterbläst bis nach Sizilien. Der Hafenmeister in Roccella Ionica hatte heftig die Augen gerollt, so dass wir einen mittleren Orkan vermuteten, aber auf der Wetterprognose und in der Realität waren es dann trotzdem nie mehr als 5 Windstärken, dafür gab’s in Catania dann den ersten starken Regen und ein Abkühlung auf 23 Grad – ich musste das erste Mal nach zwei Monaten wieder lange Hosen anziehen L



# 6 Peloponnes-Umrundung 11. - 28. August

Der Peloponnes ist eine überraschend rauhe, gebirgige zuweilen aber auch liebliche Landschaft, den viele Segler auslassen und durch den Kanal von Korinth abkürzen. Auf dem Weg nach Monemvasia begleiten uns mehrere grössere Gruppen von Delfinen, die für eine Weile mit uns mitschwimmen, sich zur Seite drehen im Wasser und Blickkontakt aufnehmen. Am liebsten würde man ins Wasser springen und mit ihnen spielen! In Monemvasia gibt es eine Hafen-Meeresschildkröte, mit der man wirklich schwimmen kann!

Nach der Umrundung des berüchtigten aber glücklicherweise zahmen Kap Maleas im Südosten erwartet uns auf Elafonisos ein wunderbar langer Sandstrand mit türkisfarbenem Sand – wir wähnen uns (schon) in der Karibik...

Wir besuchen die faszinierenden Tropfsteinhöhlen in Dirou auf dem ‚Mittelfinger‘ des Peloponnes. In Methoni machen wir Pause bevor es auf unserem ersten Nachttörn 70sm (130km) direkt nach Zakynthos geht. Leider alles unter Motor und gegenan. Überhaupt müssen wir oft den ‚Dieselwind‘ bemühen, weil der wahre entweder Pause macht oder uns direkt von NW auf die Nase bläst.

Nach Ithaka steuern wir Antipaxi mit seinen türkisfarbenen Traum-buchten an. Leider haben das auch andere gelesen oder gehört und wir erleben den Touri-Super-GAU: Segel- und Motorjachten vor Anker, Miet-Motorboote, die dazwischen herumflitzen und Ausflugs-schiffe, die mit 120 dB Techno-Musik und mehreren hundert laut feiernden Partygängern in die Bucht fahren, wie wenn sie allein wären. Nicht zu vergessen die vielen Schwimmer und Schnorchler im Wasser…

Da gefällt uns Gaios auf Paxi viel besser. Nun etwas weiser geworden, ankern wirfür mehrere Tage an der dem Hafen vorgelagerten Insel Ayios Nikolaos mit Buganker und zwei Landleinen und flitzen mit unserem Dingi in den Hafen für den Landgang.

Schnorcheln ist immer wieder eine Freude: Nebst verschiedenen zum Teil sehr bunten Fischarten sieht man auch Krabben, Seesterne, die grossen im Sand steckenden Fächermuscheln und hier sogar eine grosse Tritonschnecke.

Via Ithaka und Meganisi, einer Insel mit sehr vielen Ankerbuchten, (der Name steht aber wohl für mega enttäuschend, da komplett überlaufen und mit trübem Wasser) steuern wir den Lefkas-Kanal an. Der Jachtverkehr hat deutlich zugenommen, befinden sich doch hier in der Gegend viele Charter-Stützpunkte. Lefkas-Stadt gefällt uns sehr gut: nicht mehr ganz griechisch, noch nicht italienisch – ganz eigen.

In Korfu erleben wir wieder mal eine grössere Stadt mit viel Geschichte und Touristenläden. Dem geneigten Leser überlasse ich es selber, Vermutungen anzustellen, welches von uns beiden Crewmitgliedern sich eher für welches Thema interessiert...


# 5 Überfahrt Ägais 25. Juli - 10. August

Ende Juli starten wir unsere Reise von Cesme, Nähe Izmir aus zusammen mit Marina und Jan. Die Ägais-Überquerung gerät mit dem sommerlichen Meltemi (Nordwind) wie zu erwarten ist wind- und wellenreich. Konkret: Bis 6 in Böen 7 Beaufort und 1.5-2 m Wellen jeden Tag. Glücklicherweise fühlt sich das bei 30+ Grad und Sonnenschein nicht so garstig an.

Kaum angekommen geniessen wir ruhige Landgänge – sobald der Boden aufgehört hat zu schwanken… Unsere Highlights sind Patmos, Manganitis auf Ikaria und Ermoupolis auf Siros.

Während unsere gut durchgeschüttelten Gäste von Lavrion/Athen aus die Heimreise antreten, bereiten wir uns auf die Peloponnes-Umrundung vor. Bereits jetzt ist uns klar geworden, dass meine Routenplanung viel zu straff geraten ist und uns wenig Verschnauf-pausen oder Zeit für ausgedehntere Landgänge lässt. Wir werden es ab Mitte Oktober definitiv ruhiger angehen lassen!

Auch der Umgang mit der neu gewonnenen Freiheit will gelernt sein. Es stellen sich grosse Fragen wie: Wozu diese Reise? Wie wollen wir unterwegs sein? Sinnfragen drängen sich ins Bewusstsein für die im Alltag meist keine Zeit und Musse bleibt.


# 4 Reise durchs Mittelmeer - Start in der Türkei

Ein Jahr auf dem Schiff leben = ein Jahr Ferien? Weit gefehlt…

Nach den intensiven Vorbereitungen der letzten Monate in der Schweiz wartet auch nach unserer Ankunft in der Türkei eine lange Projektliste auf uns. Diese arbeiten wir im Laufe der ersten beiden Wochen bei 33 Grad im Schatten ab. Leider sind die von der Werft versprochenen Arbeiten am Schiff noch nicht oder nicht zufrieden-stellend erledigt worden und sorgen für einigen Stress auf unserer Seite, weil unsere ersten Gäste schon auf dem Steg stehen.


# 3 Packen und Abschied nehmen, Juli


# 2 Frühlingstörn 2015

Bei frischem, windigem, aber sonnigem Wetter sind wir im April von Didim aus südwärts unterwegs und haben die Wärme gesucht - aber vergeblich: Die Taurus-Berge sind sogar tief verschneit. Letztes Jahr hatten wir zur gleichen Zeit 22-24 Grad und nur leichten Wind.

 

Unsere Familien-Crew mit unseren tapferen Müttern, meiner Cousine, deren Sohn und meiner Tochter lässt sich aber davon nicht einschüchtern und segelt tapfer mit - bei bis zu 40 kn Wind! Es ist auch niemand (!) seekrank geworden.

Schliesslich gibt es kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung...

Route: Didim - Bodrum - Knidos - Symi - Bozukale-Bucht - Marmaris - Ekincik - Göcek

 

Während der Rest der Crew von Göcek/Dalaman in die Schweiz zurückfliegt, trete ich den Rückweg übers Wasser alleine an. Ein Woche, auf die ich mich gefreut hatteund feststellen konnte: Moira und ich sind ein gutes Team.

Rückweg: Göcek - Kocabük-Bucht - Panormitis/Symi - Nisyros - Kos - Didim, total 360 sm


# 1 Winter 2014/15

Wir üben uns in Geduld bis wir wieder an Bord dürfen!

In der Zwischenzeit steht Moira auf dem Trockenen und viele Arbeiten müssen noch ausgeführt werden, um sie bis im Frühling für grosse Fahrt fit zu machen.

 

Neben dem üblichen Winterarbeiten werden Solarmodule auf einem Geräteträger installiert, um das Schiff so weit möglich Energie-autark zu machen. Die elektronische Navigation wird upgegraded mit einem Plotter, digitalem Radar und AIS.

 

Der Mast erhält Stufen, damit man ihn leichter erklettern kann und eine Winsch wird elektrifiziert. Weiter installieren wir einen Inverter für alle 220V-Geräte an Bord.