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Las Perlas - die Perleninseln

Nachdem wir auf der Pazifikseite des Panamakanals an einem rolligen Ankerplatz übernachtet haben, gehen wir drei Boote Anker auf und segeln zu den Perlas, einer Gruppe von pittoresken und weitgehend naturbelassenen Inseln etwa 35sm (65km) von Panama-City entfernt.

 

Doch man darf hier nicht vergessen, dass Regenzeit herrscht und bald schon segeln wir in eine schwarze Wolkenwand mit viel Regen aber zum Glück nur wenig Wind drin. All die Regenwald-Flüsse ergiessen sich hier in die grosse Bucht von Panama. Sie tragen viel Treibgut mit sich, was von Plastikmüll bis zu ganzen Baumstämmen gehen kann. Diese sind nicht immer einfach auszumachen und zu umschiffen!

 

Auf der Nordseite der Insel Contadora fällt der Anker zwischen befreundeten Booten aus der Shelter Bay Marina. Von Einladungen zum Drink an Bord bis zur Jeder-bringt-was-mit-Party und Lagerfeuer am Strand gibt es fast jeden Tag einen Anlass und wir alle geniessen und entspannen erst mal. Speziell meine Kiwi Freunde von Segeljacht Windchase Paul und Sue mit Mili ihrem Lagotto Romagna, einem italienischen Wasserhund. Wie sie, kann ich es kaum erwarten bis zum nächsten gemeinsamen Spaziergang am Strand!

Anker auf geht hier leider nicht so leicht und meine neu erworbene Taucherausrüstung kommt ein erstes Mal zum Einsatz: Meine Ankerkette hat sich auf 13m Tiefe um den Bugkorb einer havarierten Motoryacht gewickelt. Die nun folgende Aktion des Kette Entwirren unter Wasser kommt mir vor wie eine Mischung aus überdimensioniertem Mikadospiel und Wollknäuel entwirren. Ich bin froh, läuft alles glimpflich ab und mit dem letzten Luftvorrat kann ich erleichtert auftauchen.

 

SY Windchase und ich entscheiden, uns von der Rotte zu entfernen und südlich zu segeln um einige der anderen Inseln wie Ampon, Pedro Gonzales, Isla del Rey, San Telmo und Espirito Santo erkunden zu können. Wiederum fahren wir in eine dunkle Regenwand mit Blitz und Donner. Dieser ist nahe genug, dass ich meine ganze Elektronik schnell in den Backofen stecke. Dieser soll wie ein faradäischer Käfig wirken und die Geräte vor Blitzschlag schützen.

 

Früh am nächsten Tag erkunden wir den Rio Cacique auf der Insel del Rey mit dem Beiboot. Die Wellen stehen in die Flussmündung und wie ich gerne vergesse, hat jeder Fluss eine Barre, eine Sandbank die man überqueren muss, um in den Fluss zu gelangen. Auf der Barre richten sich die Wellen steil auf und können ein Schlauchboot wie unsres leicht kentern… Um ein Haar schaffen wir es, dies zu verhindern und uns mehrheitlich und die Kamera ganz trocken zu halten! Am Strand lassen wir den Hund wie immer von der Leine bis wir hinter dem Strand einen grossen Teich entdecken, in dem drei (!) Grosse Krokodile paddeln. Weil Mili sehr gerne ins Wasser geht und dabei völlig unbedarft ist, was die lauernden Gefahren darin angeht, schätzen wir uns glücklich, sie vor den Krokodilen einfangen zu können. Wie einer der Nationalparkwärter mit beschränktem Englisch vor einer Weile meinte, als wir mit ihm über Krokodile sprachen, und auf Mili zeigte: Boccadillo! Sie wäre nur ein Häppchen für jedes Krok, da diese Hunde offenbar gerne mögen.

 

Als nächstes motoren wir um San Telmo herum und ankern auf deren NE Seite. Am kleinen Strand soll das Wrack eines hundertjährigen U-Boots liegen. Dieses rostet dort seither vor sich hin und keiner weiss so genau, woher es kam und wem es gehörte.

Es gibt noch immer nicht genügend Wind aber zum Motorsegeln entlang der Ostküste der Königsinsel, wie die grösste heisst, reicht es gerade. Dort finden wir zwischen ihr und der Isla Espirito Santo (Heiliger Geist) eine besonders geschützte Bucht und entspannen erst mal nach diesem aufregenden Tag. Diese kleine Insel mit ihren noch kleineren Hügeln und Stränden ist so bezaubernd, dass man fast religiöse Gefühle dabei entwickelt.

 

Am nächsten Tag muss wieder der Dieselwind helfen, um unseren Lieblingsplatz bei der Insel Chapera zu erreichen. Es ist Zeit für ein letztes gemeinsames Abendessen und einen letzten Morgenspaziergang mit Hund. Meine Neuseeländer verabschieden sich und segeln von hier direkt bis zu den Marquesas. Ein 4000sm-Törn (7000km) oder für ihre Bootsgeschwindigkeit etwa 35-40 Tage auf See ohne Land in Sicht. Es ist unglaublich, dass wir einfach unseren Anker einholen und auf eine solch grossartige Seereisen gehen können, speziell in diesen schwierigen Zeiten!

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