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Karibik, Teil 2

Wir haben winzige Inseln wie Petit Tabac besucht, wo Captain Sparrow mit Elisabeth strandet und sein unterirdisches Rumversteck in Flammen aufgehen sieht. Prominente und grosse Inseln wie Guadeloupe und St. Vincent haben wir aus Zeitmangel völlig ausgelassen. Übers Ganze gesehen blieb nur wenig Zeit pro Insel und wir wären oft gerne noch länger geblieben. Aber Panama und der Pazifik rufen und bis dort ist es noch weit und die wirbelsturmfreie Zeit im Südpazifik beginnt im April.

 

Highlights waren die beiden zwar anstrengenden aber spektakulären Wanderungen zum Vulkan Mont Pelée auf Martinique und zum Boiling Lake auf Dominica. 600 bis 800 Höhenmeter sind nicht besonders viel für einen Alpenwanderer, aber auf einer tropischen Insel, wo die Sonne herunter sticht und das Thermometer auf über 30 Grad klettert, muss ich in den Slo-Mo und Transpirier-Modus wechseln…

 

Zu den mühsameren Geduldsproben für den Segler in der Karibik gehören das Ein- und Ausklarierungsprozedere auf jeder Insel, die auch oft ein eigener Staat ist. Viele Formulare mit immer den gleichen Angaben müssen ausgefüllt und bei Zoll, Einwanderungsbehörden und Hafenpolizei abgegeben und Gebühren in insgesamt drei verschiedenen Währungen bezahlt werden. Auf einigen Inseln kann man seine Daten elektronisch erfassen, aber benutzerfreundlich ist nicht das erste Adjektiv, was mir dazu einfällt. Da lobe ich mir das gute alte Papierformular!

 

Meine Crew besteht aus zwei befreundeten holländischen Paaren, die zusätzlich zum normalen Gepäck ihre Surfbretter dabei haben, dazu eine Kite-Surf-Ausrüstung und habe ich erwähnt, dass auch ein Zelt mit an Bord kommt? Erstaunlicherweise findet alles seinen Platz und alle haben Freude am Segeln, so lange wir immer wieder eine Surfpause einlegen…

 

Auf Dominica und Sint Maarten kann man die Spuren der Wirbelstürme Maria und Irma von vor zwei Jahren noch gut sehen. Es ist erstaunlich nach dieser totalen Zerstörung innert vier Stunden (!), wie vieles bereits wieder aufgebaut ist. Auf Dominica sind die Wälder seltsam anzuschauen: Die überlebenden Bäume haben zwar wieder grüne Blätter an ihren Stämmen, aber keine Äste! Auf Martinique sind alle Spuren bereits komplett beseitigt worden. Es lohnt sich, Teil eines grösseren Landes zu sein, welches seine abgelegenen Regionen, sprich ehemaligen Kolonien und Feriendestinationen grosszügig unterstützt - und wo die Hilfsgelder auch ankommen, wo sie sollen, könnte man vielleicht noch anmerken.

 

In Sint Maarten kann ich einige Arbeiten am Boot erledigen, die sich in den letzten Monaten angestaut haben. Das neue Radar mit Doppler-Effekt funktioniert sehr gut! Es zeigt Objekte, die sich uns nähern in roter Farbe, die sich entfernenden in grün. Die Lagoon Marina besteht aus einem einzigen Dock und einem tollen Bistro mit Live-Musik und feinem Essen. Alles ziemlich teuer aber eine willkommene und vertraut europäische Abwechslung. Meine Holländer-Crew geht von Bord und meine Cousine Andrea und Tochter Tara kommen an Bord. Ich freue mich auf den gemeinsamen Törn nach Los Roques und zu den ABC-Inseln!

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